Ein paar Antworten der Mitspieler …

Sönke Backens aus dem WM-Team des DPV stellte die Fragen

Am 1. Dezember beginnt im Palais des Sports Mahamasino von Antananarivo (Madasgaskar) die 47. Senioren-WM Triplette. Für den DPV spielen Sönke Backens (BPV Freiburg), Pascal Keller (Freiburger Turnerschaft), Moritz Rosik (Düsseldorf sur place) und Raphael Gharany (1. Münchner KWU), der  als frischgebackener EM-Bronzemedaillen-Gewinner auch beim parallelen Tireur-Wettbewerb antreten wird. Backens, der bereits bei der WM 2012 in Marseille im Einsatz war, hat seinen Teamkollegen einen kleinen Fragebogen vorgelegt:


1.    Was würdest du heutzutage für einen Sport machen, wenn du kein Boulespieler wärst?

Raphael. Ich habe schon einiges an Sport in der Vergangenheit gemacht, darunter Squash, Boxen, Kraftsport. Würde ich nicht Boule spielen, würde ich wieder mehr in die Richtung Fitness/Functional Training machen. Zurzeit schaffe ich es leider nur 1mal pro Woche.
Pascal. Früher habe ich mit Begeisterung Fussball gespielt, doch als wir einen Trainerwechsel im Verein hatten, beschloss ich, mit Fussball aufzuhören. Gäbe es kein Boule, würde ich entweder erneut Fussball oder meine neue Lieblingsbeschäftigung „Ultimate Frisbee“ im Verein anfangen zu spielen.
Moritz. Wenn ich nicht Boule spielen würde, wäre ich beim Fußball geblieben, da ich vorher ca. 15 Jahre mit Begeisterung Fußball gespielt habe.


2.    Wie sieht dein Wochenende im Sommer ohne Boule aus?

Raphael. Ein lauer Sommerabend im Englischen Garten, auf der Terrasse der TU München (für alle nicht-Münchner: Geheimtipp!) – im linken Arm meine Freundin, in der rechten Hand ein eiskalter Gin Tonic – wäre durchaus eine denkbare Situation, die mir abseits des Platzes gefällt; ausschlafen, in den nächsten Tag hineinleben, sich treiben lassen, die Stadt und die Natur genießen. Auch ein Kurztrip in eine fremde Metropole oder einen anderen schönen Fleck ist immer eine willkommene Abwechslung.


3.    Gab und gibt es Vorbilder?

Pascal. Mit meinem Vorbild durfte ich im letzten Jahr in Bulgarien auf der EM mein Trikot tauschen. Das war eine große Ehre für mich. Das war ein Moment, den ich nicht mehr vergesse. Michel Loy ist einer meiner Lieblingsspieler, da er eine ruhige Person ist und sehr gut seine Kugeln auf der ersten Position spielt. Desweiteren bewundere ich seine Legetechniken, sowohl aus dem Stand als auch aus der Hocke.
Moritz. Mein Vorbild ist Philippe Quintais, da mich seine ruhige und besonnene Art auf dem Bouleplatz beeindruckt. Ebenso finde ich es erstaunlich, wie man über all die Jahre auf diesem Niveau spielen kann.


4.    Auf welchem Bouleplatz spielst du am liebsten und auf welchem würdest du gerne mal spielen?

Raphael. Natürlich auf dem schönsten Platz der Welt – dem Hofgarten in München.


5.    Was macht für dich einen herausragenden Boulespieler aus?

Raphael. Mentale Stärke, Coolness, Freude am Spiel, taktische Rafinesse, starkes Auftreten, Kämpfergeist, technische Vielfältigkeit.


6.    Bist du nach einem großen sportlichen Erfolg erst einmal satt oder sofort hungrig auf den nächsten?

Raphael. Natürlich war das Jahr 2016 für mich der Wahnsinn. Deutscher Meister, deutscher Vizemeister, Hofgartenturnier mit Rekordbeteiligung gewonnen und dann der 3.Platz bei der EM. Trotzdem bin ich hungrig auf noch ganz viele Medaillen, vor allem im DPV-Trikot.


7.    Auf der WM werden ungewohnt viele Zuschauer anwesend sein. Du wirst gegen ungewohnt starke Teams spielen. Wie gehst du mit Nervosität im Wettkampf um?

Raphael. Wichtig ist es sich keinen Druck zu machen und sich auf sein eigenes Spiel zu fokussieren, der Rest kommt von alleine. Harmonie im Team begünstigt diese innere Ruhe zusätzlich.
Moritz. Die Nervosität bei einem Wettkampf verfliegt im Normalfall nach ein paar gespielten Kugeln, da ich mich in der Regel sehr gut auf mein eigenes Spiel konzentrieren kann. Ferner denke ich, man sollte so eine außergewöhnliche Kulisse für den Boulesport genießen, aber ich denke auch, dass die Nervosität hier zunächst größer ist als auf allen bisherigen Veranstaltungen, an denen ich teilgenommen habe.


8.    Kannst du mir drei Gründe nennen, die den WM-Ort Madagaskar für dich besonders machen?

Pascal. Da ich 2014 schon für Tahiti für die WM nominiert war, diese aber kurz vorher abgesagt wurde, freue ich mich nun um so mehr darauf, meine erste WM für Deutschland zu spielen. Ich kann es erst realisieren, dass ich nach Madagaskar fliege, wenn ich im Flugzeug sitze. Ich war noch nie in einem afrikanischen Land, und dann gleich so weit weg. Ich erwarte ein schönes Abenteuer, viele schöne Spiele mit meinen Teamkollegen und rund um eine schöne organisierte WM. Nach dem WM Trailer zu beurteilen, bin ich sehr gespannt, was uns dort erwartet und freue mich auf neue Eindrücke.
Moritz. Zum einen ist es meine erste Herren WM, zum anderen begeistert mich die Euphorie die in dem Land für Boule besteht, wie man an dem WM Lied und an dem dazugehörigen Video hört und sieht. Ebenso freue ich mich auf die Spiele gegen die anderen Nationen, es ist immer etwas besonderes gegen andere Nationalmannschaften zu spielen.


9.    Worauf legst du in den letzten Tagen der Wettkampfvorbereitung besonderen Wert? Rückt dabei etwas besonders in den Mittelpunkt?

Raphael. Ich lege besonders Wert auf ein gutes Mindset. Das bedeutet – neben dem Training mit den Kugeln – sich auch mental drauf vorzubereiten, sich zu imaginieren, wie gut man spielen wird, dass man gute Teams schlägt etc. Ein gutes Kopfkino ist die beste mentale Vorbereitung.
Pascal. Natürlich „stehen wir alle im Saft“, da wir die ganze Saison gespielt haben. Dennoch setze ich mir für die letzten Wochen ein Ziel, dass ein fast täglicher Trainingsrythmus geplant werden muss um sich optimal auf das Event vorzubereiten. Damit meine ich, dass ein Tagespensum von mindestens 1,5 h gespielt wird. Bis drei Tage vorher werde ich versuchen meine Konstanz der Würfe zu optimieren, um kurz vor der WM eine kleine Pause einzulegen, um nicht „überspielt“ zu sein.


10.    Für welches Ziel hast du in den letzten Monaten trainiert?

Moritz. Zunächst habe ich über das Jahr trainiert um generell gut und erfolgreich zu spielen. Dann eröffnete sich mir durch die Nachnominierung die Chance auf die WM. Ab dem Moment habe ich alles gegeben um  in das WM Team zu kommen, was mir erfreulicher Weise gelungen ist. Darauf bin ich sehr stolz und hoffe, dass wir Deutschland gut vertreten können. Für die WM selber, ist mein Mindestziel das A Turnier zu erreichen, um dann in der K.O. Phase gegenfalls für ein paar Überraschungen zu sorgen.


11.    Was tippst Du: Welche Länder holen die Triplette-Medaillen in Antananarivo?

Raphael. Madagaskar, Frankreich, Thailand, Deutschland
Pascal. Madagaskar, Frankreich, Thailand, Italien
Moritz. Frankreich, Thailand, Madagaskar, Italien

 

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